Diese Seite wird regelmäßig aktualisiert mit weiteren interessanten Fotos von Schadenserregern. Schauen Sie öfter rein.

Vor  jeder Rekonstruktions- bzw. Sanierungsmaßnahme an Gebäuden mit Holzbauteilen sind spezielle holzschutztechnische Voruntersuchungen durch erfahrene Sachverständige unablässig. Die gültigen Regelwerke und die Verdingungsordnung für Bauleistungen fordern dies in speziellen Fällen.

Holzschutztechnische Gutachten vor Baubeginn schaffen Planungssicherheit, Kostentransparenz und beugen unliebsamen Überraschungen während der Bauphase vor.

Aber nicht nur dem Architekten dient ein holzschutztechnisches Gutachten als Grundlage, sondern auch dem Statiker und dem  Ausführungsbetrieb (Zimmerei). An denkmalgeschützten Objekten können die Mitarbeiter der zuständigen Behörden anhand der Dokumentation nachvollziehen, in welchem Umfang und in welcher Art wertvolle Holzbauteile zu sanieren sind.

Unser Sachverständigenbüro wird seit vielen Jahren dem Anspruch einer sachverständigen Begutachtung gerecht. Die Wertschätzung unserer Leistungen zeigt sich in dem hohen Vertrauen unserer Auftraggeber. Unsere Referenzliste wertvoller Baudenkmäler des Harzes und der Länder Sachsen-Anhalt und Niedersachsen spricht für sich. Dieses Vertrauen werden wir auch in Zukunft rechtfertigen.

Dachfüße zur Untersuchung
freigelegt

durch Braunfäule zerstörter
Dachfuß

Gesundschnitt  zerstörter
Dachfüße

 

 

 

 

Dachverbandshölzer durch
Leckagen in der  Dachhaut stark
beeinträchtigt

wenn die Dachhaut leckt, muss die Badewanne her

 

 

 

 

Holzschutztechnische Untersuchung “Schiefes Haus” Wernigerode

Untersuchung Fachwerkwand
“Remise” Wernigerode

 

 

 

 

Sanierung der “St. Georg”- Kapelle in Wernigerode

 

Erläuterungen zur bautechnischen Endoskopie

BAUENDOSKOPE sind dünne optische Sonden und besitzen zwei  Enden. Das eine Ende wird in das Innere eines Hohlraumes eingeführt und erzeugt mit Hilfe einer Lichtquelle und eines Objektives ein Bild. Über ein Linsensystem wird dieses Bild zum anderen Ende nach außen geführt und kann über das Okular betrachtet werden.

Mit der Anwendung bautechnischer Endoskope untersuchen wir weitestgehend zerstörungsfrei Holzbauteile in nicht zugänglichen Bereichen (Unterseiten, Einmauerungen etc.). Diese sind exponierte Deckenbalkenköpfe in massiven Außenwänden,eingemauerte Dachverbandshölzer, Holzbauteile unter und hinter Verschalungen, Schwellhölzer von Fachwerkwänden, Wandfachwerke etc. Unter Berücksichtigung des Bohrwiderstandes, des Bohrmehles, der Struktur des Holzinneren und äußerer Schadmerkmale im Endoskopiebild können wir eine  eventuelle Schädigung durch pflanzliche und tierische Holzzerstörer gut  bestimmen.

Ausgewählte Holzzerstörer in Gebäuden

Echter Hausschwamm [Serpula lacrimans (Wulf./ Bond.)]:

- von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie zum Pilz des Jahres 2004 gewählt
- gefährlichster Holzzerstörer
- Braunfäuleerreger mit  typisch großen Würfelbruch
- Bildung von meterlangen und bis zu fingerdicken Strangmyzelen
- kann trockenes Holz überwachsen und befallen
- durchwächst meterdickes Mauerwerk

Fruchtkörper

Fruchtkörper

Fruchtkörper im Kleiderschrank

 

 

 

Strangmyzel

Braunfäule - großer Würfelbruch

befallene Haustür

 

 

 

Echter Hausschwamm auch als
Kernfäuleerreger

frisches Oberflächenmyzel

frische Strangmyzele

Brauner  Keller- oder Warzenschwamm [Coniophora puteana (Schum./Karst.)]:

-  Nassfäulepilz, benötigt hohe Holzfeuchten um die 50 - 60 %
-  Braunfäuleerreger
-  häufig Holzschädigungen im Keller- und Dachgeschoss
-  feine und fest am Untergrund anhaftende Strangmyzele
- Oberflächenmyzele anfangs weiß, später dunkelbraun bis schwärzlich

 

Oberflächenmyzel

Fruchtkörper mit Strangmyzel

 

Eichenporling/Ausgebreiteter Hausporling [Donkioporia expansa (Desm.) Kotl. et. Pouz]:

- Nassfäulepilz, benötigt hohe Holzfeuchten um die 50 - 70 %
- Weißfäuleerreger
- Holzschädigungen an Nadel- und Eichenholz im Freien und im Gebäude
- bildet keine Stränge
- häufig großflächiger lehmbrauner Fruchtkörper
- erst seit den 80-iger Jahren häufiges Vorkommen

 

Oberflächenmyzel an
Eichenbohle

Weißfäule Zerstörung am Nadelholz

 

Gewöhnlicher Nagekäfer [Anobium punctatum (De Geer)]:

- befällt Nadel- und Laubholz, überwiegend Splintholz, aber auch pilzvorgeschädigtes Kernholz, keine Tropenhölzer
- Optimum: Holzfeuchte 30% (Minimum >13 %) u. Temperatur 22 °C
- liebt kühle, feuchte Räume (z.B. Keller, Kirchen)
- Larvenstadium bis zu 10 Jahre möglich
- Flugzeit: März - August, temperaturabhängig
- Flugloch: rund, 1-2 mm

 

 

Dachfuss durch Nagekäfer stark
geschädigt

 

 

Hausbock [Hylotrupes bajulus L.]:

- befällt nur Splint von Nadelhölzern
- Optimum: Holzfeuchte 30-40%  (Minimum > 8 %), Temperatur 28-30 °C
- liebt wärmere Gebäudebereiche (z.B.  südliche Dachräume, Nähe von Schornsteinen)
- Larvenstadium bis zu 12 Jahre  möglich; typischer walzenförmiger Kot
- geriffelte Fraßgänge, Holzoberfläche bleibt als papierdünne Schicht erhalten
- Flugzeit: Juni - August, temperaturabhängig
- Flugloch: oval, 5-10 mm
- Gebäude > 80 Jahre werden selten befallen, Holz nicht mehr so nährstoffreich (Eiweiß)

 

geriffelte Fraßgänge

walzenförmige Kotpartikel

 

Bunter Nagekäfer [Xestobium rufovillosum (De Geer):

- befällt pilzvorgeschädigte Nadel- und Laubhölzer
- Optimum: Holzfeuchte > 40% (Minimum > 25 %), Temperatur  22-24 °C
- Larvenstadium im Normalfall 3-6 Jahre, auch länger möglich; typischer linsenförmiger Kot
- Larven zerfressen überwiegend das weichere Frühholz und lassen das härtere Spätholz stehen
- Verständigung zwischen den Geschlechtern durch Klopfgeräusche
- Flugzeit: April - Juni
- Flugloch: rund, 3-4 mm

 

Balken stark zerstört

linsenförmige Kotpartikel